Pressespiegel


Badische Neueste Nachrichten

Ausgabe Karlsruhe, 06.05.2005

Experimente mit Genen und Bakterien
Erstmals Mentoren für Molekularbiologie ausgebildet / Pilotprojekt "Initiative Jugend und Wissenschaft"

mjo. Wie werden Gene ein- und ausgeschaltet? Wie diagnostiziert man Gene, beispielsweise um einen

Vaterschaftstest durchzuführen? Wie erkennt man, ob Bak- terienstämme gegen Antibiotika resistent sind? Mit diesen Fragen befasst sich die Molekularbiologie, und diese ist Teil des Biologielehrplanes an Gymnasien. Alles Fragen, die in der Praxis, also im Labor gelöst werden müssen. Weil kaum Schulen über die teueren technischen Voraussetzungen für solche Experimente verfügen, wurden so genannte Stütz- punktschulen eingerichtet.

Das sind regionale Zentren mit besonders ausgebildeten Lehrkräften, den Laborleitern. Schulklassen aus der Region können dort ihre aufwändigen Experimente und Projekte durchführen. In Karlsruhe ist dies das Gymnasium Neureut. Am Mittwoch fand dort eine kleine Feier statt: Schulpräsident Dr. Werner Schnatterbeck und Dr. Gunthard Metzig, Direktor des Fortbildungszentrums für Technik und Umwelt des Forschungszentrums Karlsruhe, überreichten Ausbildungs- zertifikate an 16 Jugendliche, allesamt ausgebildete Schüler- mentoren für Molekularbiologie. Es sind die ersten in Baden-Württemberg.

Schulpräsident Schnatterbeck war des Lobes voll: "Ihr habt eine Woche lang bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Forschungsinstituts praktische Kenntnisse erworben und an zwei Tagen professionelles Kommunikationstraining absolviert.

 


Eure Aufgabe in diesem nicht gerade gewöhn- lichen Interessensgebiet ist es, die Laborleiter bei Praktika an der Schule aktiv zu unterstützen.
Ihr seid Ansprechpartner für die Schüler. Mit Stolz dürft ihr euch "Schülermentor für Molekularbiologie nennen". Begeistert über den naturwissenschaftlichen Einsatz der Jugendlichen während ihrer Freizeit äußerte sich auch Direktor Metzig. Die Schüler aus den elften Klassen hätten im Schülerlabor am Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt gearbeitet und auch in die reale Forschung hineinschnuppern dürfen. Die Ausbildung und Tätigkeit als Schülermentor leiste einen wesentlichen Beitrag bei der Förderung des Interesses für Naturwissenschaften. Schülerlaborleiterin Dr. Julia Ehlermann berichtete von den Erfahrungen der Jugendlichen mit der Labortechnik und vom authentischen "Labor-Feeling".

Regierungsschuldirektor Dr. Peter Gilbert erläuterte die Aufgabe der Stützpunktschulen: "Sie sind Kontaktstellen zu Forschung und Wirtschaft, regionale Ansprechpartner für Lehrer und Schuler und führen Kurse durch. Ziel sei es den gymnasialen Unterricht durch experimentelles Arbeiten weiter zu entwickeln.

Wie souverän die "frisch gebackenen" Schülermentoren ihr Wissen umzusetzen und an "ihre" Schüler zu bringen wussten, bewiesen die Neureuter Mentoren Stefan und Iris beim Praktikum im Biologiesaal wo Schüler aus dem St.-Paulus-Heim Bruchsal Experimente zur Genregulation durchführten. Das Mentorenprogramm Molekularbiologie wurde von der "Initiative Jugend und Wissenschaft" an gestoßen und in Zusammenarbeit mit dem Forschungs- zentrum Karlsruhe, dem Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg dem Regierungspräsidium und dem Seminar für Didaktik und Lehrerbildung am Gymnasium durchgeführt.

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